23 Januar 2022

Ab jetzt wird in unserem Hause gestreamt

Also Soda. Kranberger. Leitungswasser.

Unser Haushalt konsumierte bisher pro Woche zwei bis drei Kästen (je 12x 1 Liter) Marken-Mineralwasser aus dem Brunnen eines Eifelstädtchens namens Gerolstein.

Drei Gründe spielen eine Rolle, warum wir uns entschieden haben, das zu ändern (die Reihenfolge der Gründe ist willkürlich und ohne Gewichtung):

1. Wir tun etwas für unsere Nerven.

Das Wasser der nicht genannten Marke wurde in dem uns am nächsten gelegenen Supermarkt aus welchen Gründen auch immer ausgelistet. Es ist seit Monaten nicht mehr im Sortiment. Es kam auch schon in früheren Jahren vor, dass die einst größte Verbrauchermarktkette in Mönchengladbach dieses Mineralwasser monatelang nicht im Sortiment hatte. Auch über den Lieferdienst der Getränkebehälterpost ist diese Marke nicht zu erhalten. Die Tatsache, dass diese Mineralwassermarke nicht überall verfügbar ist, macht die Besorgung umständlich.

Ständig die Wassermarke wechseln kommt nicht infrage, weil ich keine Lust darauf habe, mit unterschiedlichen Flaschen-, Kästen- und somit Pfandformen zu hantieren.

2. Wir tun etwas für die Umwelt.

Aus Gewichtsgründen und wegen der angenehmeren Haptik kauften wir 12x 1-Liter Kästen mit PET-Mehrwegflaschen. Diese werden zwar - wie der Name schon sagt - mehrfach verwendet. Doch unter dem Strich bleibt das Material Plastik, das erzeugt und am Ende des Nutzungszyklus auch wieder entsorgt werden muss.

Hinzu kommt, dass ich nicht an jedem Wochenende andere Getränke kaufen muss. Die allwöchentliche Kurzstrecke mit dem PKW fuhr ich oft nur zur Besorgung des Mineralwassers (der sonstige Wocheneinkauf ohne Getränke wird von anderen Haushaltsmitgliedern erledigt).

Und schließlich fällt vom Prinzip her auch die Logistik weg: Kästen, die wir nicht kaufen, müssen nicht vom Erzeuger zum Verkaufsort transportiert werden.

3. Wir sparen Geld.

Die Anschaffungskosten für das Wasser-Stream-Gerät und eine ausreichende Anzahl an Glas- und Plastikflaschen sowie eine zweite Kartusche Kohlensäure sind nicht gering. 

An laufenden Kosten kommen alle 10-12 Tage ein Wechsel der Kartusche auf uns zu sowie alle drei Jahre der Austausch der paar Plastikflaschen, die ich benötige, um sie unterwegs mitzunehmen. Eventuell kaufen wir auch mal Fläschchen mit Sirup für die Erzeugung von Getränken mit Geschmack, zum Beispiel Apfelschorle.

Bereits im kommenden Sommer wird sich die Anschaffung amortisiert  haben, wenn man pro Monat ca. 50-60 Euro Kosten für das Markenmineralwasser zugrunde legt.

Der Preis je Liter verringert sich von ca. 58 Cent auf ca. 20 Cent (Vergleich Kasten Marken-Mineralwasser mit 12x1 Liter zu 45x 840 ml aufsprudeln je Kartusche, Kosten für die einmaligen Anschaffungen und für das Leitungswasser nicht berücksichtigt).

Das fühlt sich gut an.

07 April 2019

Über den Wert des PSA Werts


Vorweg das Fazit dieses Beitrags: Männer, lasst Euren PSA-Wert bestimmen!

Hier die ganze Geschichte:

Im Jahr 2017 - ich war 49 Jahre alt - fragte mich mein Hausarzt, ob ich freiwillig und mit einer Selbstbeteiligung von 20€ meinen PSA-Wert bestimmen lassen möchte, von dem ich zuvor noch nie etwas gehört hatte. Dazu reicht eine einfache Blutentnahme im Rahmen eines üblichen Check-Ups.
Er klärte mich ausführlich über den Zweck der PSA-Wert-Bestimmung (es ist das prostataspezifische Antigen) auf und erläuterte mir im Detail die Vor- und Nachteile des Tests.
Für mich überwogen die Vorteile: Erstmalig meinen persönlichen Wert ermitteln und dann über die nächsten Jahre vergleichend und kontinuierlich beobachten, wie hoch mein Risiko ist, an Prostatakrebs zu erkranken.

Allerdings war das Ergebnis des ersten Tests gleich ein Wert von 2,5. In meinem Alter wäre ein Wert unter 1 unbedenklich gewesen.
Daher empfahl mir mein Hausarzt, mich bei einem Urologen vorzustellen, was ich vernünftigerweise zeitnah (nun ja, nach sechs Wochen Wartezeit auf den ersten Termin) tat.

Und ich hatte Glück mit meinem Urologen: Er verfiel nicht in Aktionismus, sondern begann mit der Behandlungsstrategie der aktiven Überwachung ("active surveillance"): Alle drei Monate wurde mir Blut zur Bestimmung des PSA-Werts entnommen und eine Ultraschall-Untersuchung durchgeführt.
Mein PSA-Wert stieg innerhalb von zwei Jahren mit jeder Messung: Erst auf über 4, dann über 5 bis knapp an einen Wert von 6 heran. Bei Erreichen des 5er Werts unternahm der Urologe eine Antibiotikum-Therapie, um eine mögliche chronische Prostata-Entzündung auszuschließen, die auch zu einem erhöhten PSA-Wert führen kann.

Als diese ausgeschlossen werden konnte, riet er mir zu einer Biopsie, also Entnahme von Gewebe aus der Prostata zur genauen Untersuchung auf bösartige Veränderungen. Diese war übrigens dank Betäubung nicht schmerzhaft.

Und tatsächlich wies eine der zwölf entnommen Stanzen ein Prostata-Karzinom nach.

Mir wurden zwei Optionen zur Therapie angeboten:
- Einsetzen von radioaktiven Seeds
- Radikale prostatektomie (operative Entfernung der Prostata).

Ich entschied mich gegen die Seeds. Ende Februar 2019 wurde ich im PZNW Gronau erfolgreich per DaVinci Roboter operiert. Da der Krebs so frühzeitig entdeckt wurde (ja, frühzeitig trotz der zweijährigen Beobachtungsphase), konnte ich ohne Metastasenrisiko nervenschonend operiert werden. Das Karzinom konnte völlig rückstandslos entfernt werden. Ich könnte keine bessere Prognose haben.

Jetzt, sechs Wochen nach der OP, bin ich wieder fit und fast ganz der Alte mit allen Körperfunktionen. In zwei Monaten werden auch die letzten Nachwirkungen des Eingriffs verschwunden sein.

Ich bin meinem Hausarzt unendlich dankbar, dass er mich auf den PSA-Wert aufmerksam gemacht hat. Er hat dadurch mein Leben signifikant verlängert!

Daher mein eingangs schon erwähnter Rat an alle Männer ab Mitte/Ende 40: Falls Eure/Euer Hausarzt*in Euch nicht von sich aus anspricht, übernehmt die Initiative und fragt sie/ihn nach dem PSA-Test.

24 Juni 2018

Catsche und Catsche12


Schon seit Monaten beschäftigte mich meine Unzufriedenheit mit meinem aus Teilen meines Realnamens bestehenden Usernamens bei Twitter und Instagram. Und wenn mir etwas gedanklich keine Ruhe lässt, dann ändere ich an dem Zustand irgendwann etwas.
Am 23. Juni 2018 war es soweit: Ich entschied, meinem Sport-Spitznamen erneut eine Chance zu geben.

Die Erfindung meines Spitznamens "Catsche" Mitte der 1980er Jahre war im Grunde völlig unspektakulär. Dennoch erinnere ich mich daran, als sei es gestern gewesen. Hier ist die Geschichte:

Jene Leser, die ungefähr in meinem Alter sind, erinnern sich womöglich noch daran, dass es im Haus Zoar am Alten Markt in Mönchengladbach früher eine kleine Turnhalle gab. An der Stelle ist heute ein Kinosaal.
In dieser Turnhalle spielte ich mit Schulkameraden einmal wöchentlich Volleyball - einfach so zum Spaß. Gerade aus der gröbsten Pubertät heraus bestand mein Körper doch schon aus über 1900 Millimetern Länge, was mir bei Aktionen am Netz durchaus hilfreich war.
Nach einigen gelungenen Blocks und einem besonders hübschen Schmetterball rief mein Mitspieler Jossi, seines Zeichens quirliger 1700 Millimeter Wirbelwind griechischer Abstammung, jenen Begriff, hörbar sicherlich bis zum "Kapuziner Treff":
"KAAAAATSCHEEEE!!!"

Wahrscheinlich weiß er selbst nicht, wie er darauf kam. Die Karriere des Fußballers Georg "Katsche" Schwarzenbeck war zu dem Zeitpunkt bereits einige Jahre beendet.

Na ja, und da mein Vorname mit "C" beginnt, wurde schriftlich "Catsche" daraus.

In den sozialen Netzwerken Twitter und Instagram ist der Name Catsche natürlich bereits vergeben (auf Twitter hatte ich ihn um 2009 schon einmal, habe ihn aber nicht behalten). Darum wurde mein Username jetzt zu "Catsche12" - das Foto aus dem Jahr 2006 erklärt aber denke ich alles:




11 April 2018

Das hätte ich mir sparen können...


Ich fühle mich unfair behandelt. Und das möchte ich loswerden.

Vor einigen Jahren habe ich das Ankaufportal www.wirkaufens.de schon einmal genutzt und war dabei sehr zufrieden mit der Abwicklung und dem Ergebnis meines Verkaufs.
Doch entweder hat sich das Verhalten von WirKaufens geändert, oder ich hatte dieses Mal einfach nur Pech. Allerdings habe ich mich so geärgert (und rege mich auch über eine Woche später immer noch so sehr darüber auf), dass ich die Geschichte los werden muss!

Verkaufen wollte ich mein iPhone 5C, neu erworben im Jahr 2014. Es lag knapp vier Jahre lang fast ungenutzt auf meinem Schreibtisch, um berufliche Benachrichtigungen zu erhalten. Anfang 2018 wurde es durch ein neues Gerät ersetzt, so dass ich es verkaufen wollte.

Ich verglich die Ankaufpreise von MediaMarkt/Saturn ("Flip4New"), www.rebuy.de sowie eben www.wirkaufens.de. Bei allen gab ich - entsprechend des Gerätezustands - die zweitbeste Kategorie an, eine Stufe unter "Neuware". Denn das Gerät weist wirklich keinerlei Gebrauchsspuren auf und hat einen neuen, gut funktionierenden Akku (Akkutausch durch Apple). Selbstverständlich keine SIM-Sperre und auch kein Branding. Außerdem besaß ich die hochwertige Apple-Originalverpackung sowie die dazu gehörenden ungenutzten (!) und originalverpackten Kopfhörer. Ein iPhone Komplettpaket also.

WirKaufens bot mir von allen den besten Ankaufspreis: 106,26 Euro sollten es werden.
In der dritten Zustands-Kategorie ("mit leichten Kratzern", die aber nicht vorhanden sind) sollte es 76 Euro wert sein, womit es ungefähr auf einer Stufe mit der höherwertigen Zustandskategorie von ReBuy lag.
So um die 75 Euro wäre noch der niedrigste Preis gewesen, den ich zähneknirschend akzeptiert hätte.

Also schickte ich mein iPhone 5C in der Apple-Originalverpackung inklusive der erwähnten Kopfhörer an WirKaufens: Die Abwicklung klappte einwandfrei, und ich erhielt schnell eine Eingangsbestätigung von WirKaufens.

Dann dauerte es wie erwartet ein paar Tage, in denen das Gerät geprüft wurde. Und dann lautete das Ergebnis der Prüfung wie folgt: "Gebrauchter Zustand mit mehreren leichten Gebrauchsspuren oder maximal 3 schweren Gebrauchsspuren (z.B. tiefe Kratzer, Abnutzungen, Kerben)."
Der Prüfer muss das Gerät fallen gelassen haben und draufgetreten sein, um diesen Zustand herbeizuführen!
Zahlen wollte man mir nur 49,69 Euro statt der auf der Webseite in Aussicht gestellten 106,26 Euro.

Wie auch immer, man kann das Ankaufsangebot ja ablehnen und sein Gerät zurückerhalten.
Also lehnte ich ab und wartete auf die Post von WirKaufens, die nach einem akzeptablen Zeitraum auch bei mir eintraf.

Doch was erhielt ich zurück? Zwar mein Telefon, immerhin immer noch im gleichen, guten Zustand wie zuvor (der Prüfer war doch nicht draufgetreten?). Aber weder die Original-Verpackung, noch - und das finde ich wirklich mies - die ungenutzten Kopfhörer lagen bei! Das Telefon war transportsicher, aber letztendlich "unattraktiv" mit Folie um Karton gewickelt; Netzteil, Kabel und das Kärtchen mit dem SIM-Karten-Picker lose mit im Karton.

Natürlich sagen die WirKaufens-AGB, dass "nicht abgefragtes Zubehör in jedem Fall, also auch bei dem Nichtzustandekommen des Vertrages, entsorgt wird", womit ich chancenlos bin, dagegen anzugehen.

Mein Ziel und mein Wunsch war es, das Gerät zu verkaufen. Ohne Originalverpackung und die Kopfhörer erziele ich auch bei Plattformen wie eBay nicht mehr annähernd den Preis, den ich mir vorgestellt hatte und den das Gesamtpaket eigentlich wert ist.

WirKaufens hat mich in diesem Fall so viel Geld gekostet und so verärgert, dass ich von weiteren Versuchen, diese Firma zu nutzen, absehen werde und ganz gewiss niemandem empfehlen werde, Geschäfte mit WirKaufens zu machen.


01 Januar 2018

2017 - es war ein ganz Besonders Jahr für mich

Erster Januar zweitausend achtzehn. Frohes neues Jahr!

Ein Rückblick auf das Jahr 2017:

Der Auftakt war großartig: Ich feierte einen sehr runden Geburtstag mit Familie und Freunden. Der Abend im bequemen und schönen Ambiente eines Restaurants war so perfekt, wie ich ihn mir besser nicht hätte wünschen können!

Im weiteren Winter und Frühjahr standen Vorbereitungen für die bisher großartigste Reise meines Lebens im Vordergrund: Mit Frau und Kind ging es im Mai und Juni fast 5.500 Kilometer durch den Westen der USA.
Kurz vor Abflug in die Vereinigten Staaten wurde als weiteres Highlight des Jahres unser Kind volljährig.
Die Reise war dann der absolute Höhepunkt (einen Reisebericht ist hier zu finden).

Aber es kam noch besser: Da wir im Herbst trotz der gut 3 Wochen USA noch Urlaubstage übrig hatten und wir zufällig auf ein unabschlagbares Angebot eines 4 ½ Sterne Hotels auf Kreta aufmerksam wurden, konnten meine Frau und ich spontan eine Woche so luxuriös wie nie zuvor in der Sonne entspannen und dabei einen Teil eines Landes kennen lernen, in das wir zuvor noch nie gereist waren.

Das Vorjahr wäre also bis dato als eines der schönsten Jahre meines Lebens in Erinnerung geblieben. Doch dann wurde kurz vor Weihnachten einer der für uns liebsten und wichtigsten Menschen "nach kurzer, schwerer Krankheit" aus seinem Leben gerissen.

Die guten Erinnerungen aus den wunderbaren zehn, elf Monaten bleiben. Doch die Traurigkeit ist im Moment noch allgegenwärtig.

Ein Ausblick auf das Jahr 2018:

Es wird bei uns weder runde noch "besondere" Geburtstage geben.
Es wird keine 3-Wochen-Fernreise geben.
Es stehen statt dessen eher anstrengende Renovierungsarbeiten an, für die wir Urlaub nehmen müssen.
Es wird also ein weit weniger spektakuläres Jahr als 2017.
Doch wenn wir das Glück haben, so weit wie möglich gesund zu bleiben, unsere Berufe weiter ausüben zu können und wieder viel Zeit mit für uns wichtigen Menschen verbringen zu können, wird auch dieses Jahr schön.
Denn wir werden auch im Jahr 2018 viele Tage mit kleinen Highlights haben, die wir genießen werden.

17 Juni 2017

Großartig und unvergesslich - ein Urlaub der besonderen Art

Das Fazit dieses kurzen Reiseberichts steht bereits in der Überschrift. Weitere Eindrücke von der Reise möchte ich aber gerne etwas ausführlicher beschreiben.

Der Reisezeitpunkt stand schon seit Jahren fest: Wenn das Kind sein Abitur hat, geht's mit ihm und der Ehefrau in die USA. Als die ersten Gedanken zu dieser Reise reiften, stand im Grunde das Jahr noch gar nicht fest: Eine "Ehrenrunde" wäre unerwartet passiert; es wurde also nach einem "Durchmarsch" das erstmögliche Jahr 2017 😄.
Der Terminplan der Schule für den Abijahrgang des Kindes meinte es gut mit uns: Die Zeitspanne zwischen der letzten Abiturprüfung und dem nächsten Pflichttermin war lang genug für diese dreiwöchige Tour, so dass wir nicht in den Sommerferien los mussten oder bis Herbst warten mussten (was dann u.U. auch mit beruflichen Dingen kollidiert wäre).

Ich freute mich über den Termin Ende Mai in den Juni hinein sehr, denn ich dachte, dass es dann an der Pazifikküste schon frühsommerlich warm sein würde und dass es in der Mojave-Wüste noch nicht ganz so heiß sein würde.
Denkste!
In der ersten Woche mit Stationen wie San Francisco, Highway 1 und Oxnard/Ventura war es trübe, windig und kalt.
In der Mitte mit Stationen wie Las Vegas und Death Valley war es windig (nein: stürmisch!) und extrem heiß.
Als es zum Ende hin einen Tag zu den Redwoods und Sequoias in die Berge ging, war es eiskalt (um den Gefrierpunkt) und so neblig, dass wir keinen Baum sahen - und sei er noch so groß.

Drei Attraktionen konnten wir zudem wegen Überfüllung durch Menschenmassen nicht ansteuern: Zuerst bei San Francisco die Muir Woods, dann die Golden Gate Bridge Aussichtspunkte Battery Spencer/Hawk Hill und schließlich in Los Angeles das Griffith Observatory bei Nacht (bei Tageslicht konnten wir dann hin): Jeweils waren die Zufahrten gesperrt, weil der Andrang zu groß war.

Damit sind die "Pleiten" aber bereits aufgezählt. Alles andere klappte wie am Schnürchen. Von pünktlichen und komfortablen Flügen über problemlose, schnelle Ein- und Ausreise, bis zu einem tollen Mietwagen (Dodge Journey SXT) sowie überall wie gebucht bereit stehenden Hotelzimmern. Es gab es keinen Anlass zu Unzufriedenheit.

Bei den wunderschönen Nationalparks Grand Canyon, Bryce Canyon und Yosemite passte auch das Wetter: Sonne, nicht zu kalt und nicht zu heiß.

Und heiß war es mitunter wirklich. Mir macht Hitze überhaupt nichts aus. Aber bei 43°C Lufttemperatur ohne jeden Schatten zum atemberaubenden Horseshoe Bend zu gehen, war trotz der nur kurzen Strecke eine Herausforderung.
Für die gewonnenen Eindrücke "leidet" man aber gerne mal kurz.

Die Autofahrten auf einsamen Nebenstraßen durch wunderschöne Landschaften, auf denen uns nur wenige andere Autofahrer begegneten, habe ich ganz besonders genossen.

Den seit Jahresbeginn wegen mehrerer Erdrutsche teilweise gesperrten Scenic Highway 1 konnten wir bis kurz hinter Big Sur problemlos befahren. Dann hieß es umkehren und über den Highway 101 Richtung Süden fahren. Ein kleiner Umweg, den wir für tolle Aussichten an der Küste gerne in Kauf nahmen.

Die Suche nach Essbarem war einfacher, als gedacht: Wir fanden abends nette Restaurants, die abseits der Systemgastronomie leckere Spezialitäten bei aufmerksamem Service zu moderaten Preisen anboten.
In den Nationalparks ist die Restaurantauswahl natürlich begrenzt und die Preise etwas höher. Aber wir fanden es auch dort nicht überteuert und bekamen gute Qualität für das Geld.
Alkoholfreie Getränke werden in fast allen Restaurants unbegrenzt nachgeschenkt; man zahlt nur das erste Glas. Gleiches trifft auf den Frühstückskaffee zu. Alkoholische Getränke sind allerdings deutlich teurer, als in Deutschland: Ein ca. 0,3 l großes Glas Bier war in keinem Speiselokal unter 5 $ zu bekommen, 6-7 $ für ein Bier sind üblich. Der Pitcher (1,89 Liter) für 12 $ in der Pizza Factory von Mariposa war damit das günstigste Budweiser der Reise.

Mit der Taktik, in den Metropolen SFO und LAX keine Downtown-Hotels zu buchen, lag ich für uns richtig: Etwas weniger Trubel, trotzdem gute Erreichbarkeit der Innenstädte.
Besonders empfehlen kann ich die Stadt Glendale für Besucher von Los Angeles: Die mit knapp 200.000 Einwohnern recht kleine Stadt ist im Grunde Teil des unüberschaubaren Molochs Los Angeles. Doch sie hinterließ bei uns den Eindruck einer menschenfreundlichen, sauberen Wohnstadt mit hübschen Nebenstraßen und Einkaufszentren. Dabei ist sie näher an den Attraktionen Hollywoods als Downtown LA.

Darüberhinaus haben mir die Küstenstädte Santa Cruz, Carmel, Santa Barbara und Santa Monica (dort gibt es auf der 3rd Street sogar eine in den USA seltene Fußgängerzone) besonders gut gefallen.

Der ständige Wechsel zwischen Weltmetropolen und Natursensationen machte für mich den besonderen Reiz dieser am Ende 5.415 Kilometer langen Auto-Rundreise aus.

Auch die mitunter räumliche Enge in den Hotelzimmern oder Staus (besonders in und um Los Angeles herrscht Dauerstau) konnten unsere gute Stimmung nicht schmälern.

Etwas, auf das wir so lange hingearbeitet hatten und auf das die Vorfreude so intensiv war, wurde für uns alle drei großartig und unvergesslich.

11 April 2016

Whiskyverkostung in der Barrensteiner Whiskybar

Whisky schmeckt mir. Am liebsten mag ich schottischen Single Malt. Viel Ahnung von der Herstellung, den Regionen, den Besonderheiten des schottischen Whiskys habe ich nicht. Was mich natürlich nicht davon abhält, mit Freunden immer mal ein wenig über Whisky zu plaudern.

Schon seit vielen Jahren redeten vier Kumpels und ich darüber, mal ein Whisky-Tasting mitzumachen. Keiner hatte eine Idee, wo und wann, aber es stand ewig auf unserer Freundes-To-Do-Liste.
Vor einigen Monaten hat sich einer meiner Freunde der Sache endlich angenommen: Er fand zunächst heraus, dass wir erfreulicherweise gar nicht weit reisen müssen, um ein Whisky-Tasting zu erleben. Wir Niederrheiner haben die "Barrensteiner Whiskybar" quasi direkt um die Ecke: Sie befindet sich im Ortsteil Barrenstein in Grevenbroich.

Nachdem zuerst tatsächlich recht schnell in Freitag, 08. April 2016 ein Termin gefunden wurde, an dem wir fünf alle Zeit hatten und die Bar noch einen Tisch für uns frei hatte, musste nur noch ein Fahrdienst organisiert werden, den einige unserer Ehefrauen netterweise an jenem Freitagabend übernahmen.

Bei unserer Ankunft um kurz vor 19 Uhr deutete von Außen nicht viel auf die Barrensteiner Whiskybar hin: Eine schottische Flagge neben einem unscheinbaren Holztor in einer unscheinbaren Fassade ließ uns davon ausgehen, dass wir richtig sind.

Mein erster Eindruck nach dem öffnen jenes Holztores und dem ersten Schritt in das Innere war: Oh, ist das eng hier! Eine kleine Theke links, ein kleiner Tisch rechts, ein paar Kühlschränke mit Bier und ein paar wenige Gäste füllten diesen Schankraum. Links fiel der Blick in einen Raum mit Tischen und Stühlen. Geradeaus war ein Innenhof sichtbar.
Mein erster Eindruck wurde unmittelbar gefolgt von zweiten Eindrücken wie "urig", "gemütlich", "verrückt".
Ich nehme es gerne vorweg: Der finale Eindruck nach dem Tasting war dann "phantastisch - Wiederholung bitte!"

Ein Teil des Schankraums am Eingang
An den schottischen Abenden mit Whiskyverkostung öffnet die Bar um 19 Uhr. In der halben Stunde bis zum Beginn des Programms hält man sich bei guten Wetter draußen im Innenhof auf. Dort ist viel Platz für die maximal 24 Teilnehmer (mehr passen in den Gastraum nicht hinein). Man kann ein Erfrischungsgetränk genießen, was ich in Form eines Tennant's Bieres tat, einem Lager Bier aus Glasgow.
Wichtig zu wissen: In der Barrensteiner Whiskybar gibt es keine deutschen Biere. Dafür jedoch eine riesige Auswahl an schottischen und irischen Bieren; sowohl weltbekannte Sorten als auch der Allgemeinheit sicher völlig unbekannte Marken. Denn neben der Whisky-Verkostung, für die im Moment 50 verschiedene Serien zur Verfügung stehen, kann man auch Biere, Rum oder Liköre in verschiedenen Serien ausprobieren.

Pünktlich um 19:30 Uhr erfolgte der "Umzug" vom Innenhof durch den Schankraum in den Tasting-Raum. Dieser ist so irre dekoriert, dass auch ein mehrstündiger Aufenthalt nicht ausreicht, um alle Details zu erfassen. Das Licht ist gedämpft, ein knisternder Holzofen sorgt für Wärme und heimelige Atmosphäre. Die Tische werden für jeden Abend individuell neu zusammengestellt: An jenem Abend gab es einen 10er Tisch, einen 3er Tisch, unseren 5er Tisch und einige 2er Tische.

Diejenigen, die bei der Reservierung Essen bestellt hatten, bekamen dieses direkt zu Beginn serviert. Stichwort Service: Ein Mitarbeiter kümmerte sich um das Füllen der Gläser und eine Mitarbeiterin nahm Bestellungen auf und servierte zusammen mit dem Kollegen. Wartezeiten? Keine. Freundlichkeit? Ja! Diese beiden Mitarbeiter trugen viel dazu bei, dass es ein so gelungener Abend wurde. Danke!

Nun zum Chef, Inhaber, Erfinder, Macher: Werner Bieler-Hoffrichter zeigte schon vor Beginn des Tastings Flexibilität, als er aus einer Unterhaltung zwischen mir und einem Freund erfuhr, dass wir gerne die eigentlich für uns gebuchte Hauptserie 1 "Bis 12 Jahre im Fass" aufbuchen möchten zur Hauptserie 9 "Aus jeder Region einen 18-jährigen". Er sagte "das schaffe ich noch", verschwand in seinem Arbeitszimmer gegenüber des Innenhofes und kam nach wenigen Minuten mit frisch gedruckten Infoblättern heraus. Auf unseren Deckeln (ja, ganz einfach wie in einer normalen niederrheinischen Kneipe üblich) wurde der Betrag für die Preisdifferenz notiert - fertig.
Die von mir gewählte Serie
Werner Hoffrichter führte sehr unterhaltsam durch den Abend. Bis zum Trinken des ersten Whiskys der Serie, die aus fünf Gläsern á 2cl besteht, verging schon eine Weile, was aber nicht tragisch war. Man konnte sich zwar des Eindrucks nicht erwehren, dass der Mann ein wenig egozentrisch veranlagt ist. Doch das sollte man so akzeptieren; er darf zurecht stolz sein, auf das, was er sich da in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Es gibt im Jahr 2016 ungefähr 50 Whiskybars in Deutschland, und seine wurde 2015 zur Zweitbesten gekürt.
Mit Informationen zu dieser für ihn ohne Zweifel bedeutenden Auszeichnung beginnt er seine Ausführungen, die überleiten zu interessanten Informationen über die fünf Whisky-Regionen in Schottland und die noch lange nicht enden mit Insiderwissen über einzelne Destillen, das er sich bei Besuchen vor Ort angeeignet hat.

Zwischen den einzelnen "Gängen" der Whiskyserien (an dem Tag war keine Rum-, Bier- oder Likör-Serie gebucht) spielt Werner Hoffrichter Dudelsack. Ja, es ist laut. Ja, in meinen Ohren klingt das nicht angenehm. Dennoch fand ich es interessant.

Mehr Details zum Ablauf der eigentlichen Verkostung und zu den weiteren, den Abend kurzweilig füllenden Aktionen möchte ich nicht veröffentlichen.
Um das alles komplett zu erleben, empfehle ich einen Besuch - nach Vorreservierung per Telefon oder Email. Alle Informationen dazu sind auf der Webseite barrensteiner-whiskybar.de zu finden.

Ebenfalls sind alle Preise auf der Webseite zu finden. Neben dem Tennant's Bier gönnte ich mir zum Abschluss des Abends noch ein 2cl Glas eines meiner Lieblingswhiskys, den ich aber im Moment nicht zu Hause in meiner Bar stehen habe. In der Summe habe ich für diesen Abend 80€ bezahlt. Wer den Abend richtig genießen möchte, sollte sich meiner Meinung nach gedanklich nicht auf den Preis seiner gebuchten Serie fixieren, sondern einkalkulieren, dass für weitere Getränke vor Ort noch ein paar Euro hinzu kommen. Wer kein warmes Essen bestellt, bekommt (nicht nur) zur Geschmacksneutralisierung Knabbereien am Tisch. Im Schankraum gibt es zwischendurch leckeres, frisches Brot mit verschiedenen Dips. Beides ist im Preis für die Serie inbegriffen.

Fazit: Ich fand den Abend in lockerer, aber in keiner Weise ausufernder Stimmung, großartig. Und meine Kumpel waren ebenfalls begeistert.