17 Juni 2017

Großartig und unvergesslich - ein Urlaub der besonderen Art

Das Fazit dieses kurzen Reiseberichts steht bereits in der Überschrift. Weitere Eindrücke von der Reise möchte ich aber gerne etwas ausführlicher beschreiben.

Der Reisezeitpunkt stand schon seit Jahren fest: Wenn das Kind sein Abitur hat, geht's mit ihm und der Ehefrau in die USA. Als die ersten Gedanken zu dieser Reise reiften, stand im Grunde das Jahr noch gar nicht fest: Eine "Ehrenrunde" wäre unerwartet passiert; es wurde also nach einem "Durchmarsch" das erstmögliche Jahr 2017 😄.
Der Terminplan der Schule für den Abijahrgang des Kindes meinte es gut mit uns: Die Zeitspanne zwischen der letzten Abiturprüfung und dem nächsten Pflichttermin war lang genug für diese dreiwöchige Tour, so dass wir nicht in den Sommerferien los mussten oder bis Herbst warten mussten (was dann u.U. auch mit beruflichen Dingen kollidiert wäre).

Ich freute mich über den Termin Ende Mai in den Juni hinein sehr, denn ich dachte, dass es dann an der Pazifikküste schon frühsommerlich warm sein würde und dass es in der Mojave-Wüste noch nicht ganz so heiß sein würde.
Denkste!
In der ersten Woche mit Stationen wie San Francisco, Highway 1 und Oxnard/Ventura war es trübe, windig und kalt.
In der Mitte mit Stationen wie Las Vegas und Death Valley war es windig (nein: stürmisch!) und extrem heiß.
Als es zum Ende hin einen Tag zu den Redwoods und Sequoias in die Berge ging, war es eiskalt (um den Gefrierpunkt) und so neblig, dass wir keinen Baum sahen - und sei er noch so groß.

Drei Attraktionen konnten wir zudem wegen Überfüllung durch Menschenmassen nicht ansteuern: Zuerst bei San Francisco die Muir Woods, dann die Golden Gate Bridge Aussichtspunkte Battery Spencer/Hawk Hill und schließlich in Los Angeles das Griffith Observatory bei Nacht (bei Tageslicht konnten wir dann hin): Jeweils waren die Zufahrten gesperrt, weil der Andrang zu groß war.

Damit sind die "Pleiten" aber bereits aufgezählt. Alles andere klappte wie am Schnürchen. Von pünktlichen und komfortablen Flügen über problemlose, schnelle Ein- und Ausreise, bis zu einem tollen Mietwagen (Dodge Journey SXT) sowie überall wie gebucht bereit stehenden Hotelzimmern. Es gab es keinen Anlass zu Unzufriedenheit.

Bei den wunderschönen Nationalparks Grand Canyon, Bryce Canyon und Yosemite passte auch das Wetter: Sonne, nicht zu kalt und nicht zu heiß.

Und heiß war es mitunter wirklich. Mir macht Hitze überhaupt nichts aus. Aber bei 43°C Lufttemperatur ohne jeden Schatten zum atemberaubenden Horseshoe Bend zu gehen, war trotz der nur kurzen Strecke eine Herausforderung.
Für die gewonnenen Eindrücke "leidet" man aber gerne mal kurz.

Die Autofahrten auf einsamen Nebenstraßen durch wunderschöne Landschaften, auf denen uns nur wenige andere Autofahrer begegneten, habe ich ganz besonders genossen.

Den seit Jahresbeginn wegen mehrerer Erdrutsche teilweise gesperrten Scenic Highway 1 konnten wir bis kurz hinter Big Sur problemlos befahren. Dann hieß es umkehren und über den Highway 101 Richtung Süden fahren. Ein kleiner Umweg, den wir für tolle Aussichten an der Küste gerne in Kauf nahmen.

Die Suche nach Essbarem war einfacher, als gedacht: Wir fanden abends nette Restaurants, die abseits der Systemgastronomie leckere Spezialitäten bei aufmerksamem Service zu moderaten Preisen anboten.
In den Nationalparks ist die Restaurantauswahl natürlich begrenzt und die Preise etwas höher. Aber wir fanden es auch dort nicht überteuert und bekamen gute Qualität für das Geld.
Alkoholfreie Getränke werden in fast allen Restaurants unbegrenzt nachgeschenkt; man zahlt nur das erste Glas. Gleiches trifft auf den Frühstückskaffee zu. Alkoholische Getränke sind allerdings deutlich teurer, als in Deutschland: Ein ca. 0,3 l großes Glas Bier war in keinem Speiselokal unter 5 $ zu bekommen, 6-7 $ für ein Bier sind üblich. Der Pitcher (1,89 Liter) für 12 $ in der Pizza Factory von Mariposa war damit das günstigste Budweiser der Reise.

Mit der Taktik, in den Metropolen SFO und LAX keine Downtown-Hotels zu buchen, lag ich für uns richtig: Etwas weniger Trubel, trotzdem gute Erreichbarkeit der Innenstädte.
Besonders empfehlen kann ich die Stadt Glendale für Besucher von Los Angeles: Die mit knapp 200.000 Einwohnern recht kleine Stadt ist im Grunde Teil des unüberschaubaren Molochs Los Angeles. Doch sie hinterließ bei uns den Eindruck einer menschenfreundlichen, sauberen Wohnstadt mit hübschen Nebenstraßen und Einkaufszentren. Dabei ist sie näher an den Attraktionen Hollywoods als Downtown LA.

Darüberhinaus haben mir die Küstenstädte Santa Cruz, Carmel, Santa Barbara und Santa Monica (dort gibt es auf der 3rd Street sogar eine in den USA seltene Fußgängerzone) besonders gut gefallen.

Der ständige Wechsel zwischen Weltmetropolen und Natursensationen machte für mich den besonderen Reiz dieser am Ende 5.415 Kilometer langen Auto-Rundreise aus.

Auch die mitunter räumliche Enge in den Hotelzimmern oder Staus (besonders in und um Los Angeles herrscht Dauerstau) konnten unsere gute Stimmung nicht schmälern.

Etwas, auf das wir so lange hingearbeitet hatten und auf das die Vorfreude so intensiv war, wurde für uns alle drei großartig und unvergesslich.

11 April 2016

Whiskyverkostung in der Barrensteiner Whiskybar

Whisky schmeckt mir. Am liebsten mag ich schottischen Single Malt. Viel Ahnung von der Herstellung, den Regionen, den Besonderheiten des schottischen Whiskys habe ich nicht. Was mich natürlich nicht davon abhält, mit Freunden immer mal ein wenig über Whisky zu plaudern.

Schon seit vielen Jahren redeten vier Kumpels und ich darüber, mal ein Whisky-Tasting mitzumachen. Keiner hatte eine Idee, wo und wann, aber es stand ewig auf unserer Freundes-To-Do-Liste.
Vor einigen Monaten hat sich einer meiner Freunde der Sache endlich angenommen: Er fand zunächst heraus, dass wir erfreulicherweise gar nicht weit reisen müssen, um ein Whisky-Tasting zu erleben. Wir Niederrheiner haben die "Barrensteiner Whiskybar" quasi direkt um die Ecke: Sie befindet sich im Ortsteil Barrenstein in Grevenbroich.

Nachdem zuerst tatsächlich recht schnell in Freitag, 08. April 2016 ein Termin gefunden wurde, an dem wir fünf alle Zeit hatten und die Bar noch einen Tisch für uns frei hatte, musste nur noch ein Fahrdienst organisiert werden, den einige unserer Ehefrauen netterweise an jenem Freitagabend übernahmen.

Bei unserer Ankunft um kurz vor 19 Uhr deutete von Außen nicht viel auf die Barrensteiner Whiskybar hin: Eine schottische Flagge neben einem unscheinbaren Holztor in einer unscheinbaren Fassade ließ uns davon ausgehen, dass wir richtig sind.

Mein erster Eindruck nach dem öffnen jenes Holztores und dem ersten Schritt in das Innere war: Oh, ist das eng hier! Eine kleine Theke links, ein kleiner Tisch rechts, ein paar Kühlschränke mit Bier und ein paar wenige Gäste füllten diesen Schankraum. Links fiel der Blick in einen Raum mit Tischen und Stühlen. Geradeaus war ein Innenhof sichtbar.
Mein erster Eindruck wurde unmittelbar gefolgt von zweiten Eindrücken wie "urig", "gemütlich", "verrückt".
Ich nehme es gerne vorweg: Der finale Eindruck nach dem Tasting war dann "phantastisch - Wiederholung bitte!"

Ein Teil des Schankraums am Eingang
An den schottischen Abenden mit Whiskyverkostung öffnet die Bar um 19 Uhr. In der halben Stunde bis zum Beginn des Programms hält man sich bei guten Wetter draußen im Innenhof auf. Dort ist viel Platz für die maximal 24 Teilnehmer (mehr passen in den Gastraum nicht hinein). Man kann ein Erfrischungsgetränk genießen, was ich in Form eines Tennant's Bieres tat, einem Lager Bier aus Glasgow.
Wichtig zu wissen: In der Barrensteiner Whiskybar gibt es keine deutschen Biere. Dafür jedoch eine riesige Auswahl an schottischen und irischen Bieren; sowohl weltbekannte Sorten als auch der Allgemeinheit sicher völlig unbekannte Marken. Denn neben der Whisky-Verkostung, für die im Moment 50 verschiedene Serien zur Verfügung stehen, kann man auch Biere, Rum oder Liköre in verschiedenen Serien ausprobieren.

Pünktlich um 19:30 Uhr erfolgte der "Umzug" vom Innenhof durch den Schankraum in den Tasting-Raum. Dieser ist so irre dekoriert, dass auch ein mehrstündiger Aufenthalt nicht ausreicht, um alle Details zu erfassen. Das Licht ist gedämpft, ein knisternder Holzofen sorgt für Wärme und heimelige Atmosphäre. Die Tische werden für jeden Abend individuell neu zusammengestellt: An jenem Abend gab es einen 10er Tisch, einen 3er Tisch, unseren 5er Tisch und einige 2er Tische.

Diejenigen, die bei der Reservierung Essen bestellt hatten, bekamen dieses direkt zu Beginn serviert. Stichwort Service: Ein Mitarbeiter kümmerte sich um das Füllen der Gläser und eine Mitarbeiterin nahm Bestellungen auf und servierte zusammen mit dem Kollegen. Wartezeiten? Keine. Freundlichkeit? Ja! Diese beiden Mitarbeiter trugen viel dazu bei, dass es ein so gelungener Abend wurde. Danke!

Nun zum Chef, Inhaber, Erfinder, Macher: Werner Bieler-Hoffrichter zeigte schon vor Beginn des Tastings Flexibilität, als er aus einer Unterhaltung zwischen mir und einem Freund erfuhr, dass wir gerne die eigentlich für uns gebuchte Hauptserie 1 "Bis 12 Jahre im Fass" aufbuchen möchten zur Hauptserie 9 "Aus jeder Region einen 18-jährigen". Er sagte "das schaffe ich noch", verschwand in seinem Arbeitszimmer gegenüber des Innenhofes und kam nach wenigen Minuten mit frisch gedruckten Infoblättern heraus. Auf unseren Deckeln (ja, ganz einfach wie in einer normalen niederrheinischen Kneipe üblich) wurde der Betrag für die Preisdifferenz notiert - fertig.
Die von mir gewählte Serie
Werner Hoffrichter führte sehr unterhaltsam durch den Abend. Bis zum Trinken des ersten Whiskys der Serie, die aus fünf Gläsern á 2cl besteht, verging schon eine Weile, was aber nicht tragisch war. Man konnte sich zwar des Eindrucks nicht erwehren, dass der Mann ein wenig egozentrisch veranlagt ist. Doch das sollte man so akzeptieren; er darf zurecht stolz sein, auf das, was er sich da in den vergangenen Jahren aufgebaut hat. Es gibt im Jahr 2016 ungefähr 50 Whiskybars in Deutschland, und seine wurde 2015 zur Zweitbesten gekürt.
Mit Informationen zu dieser für ihn ohne Zweifel bedeutenden Auszeichnung beginnt er seine Ausführungen, die überleiten zu interessanten Informationen über die fünf Whisky-Regionen in Schottland und die noch lange nicht enden mit Insiderwissen über einzelne Destillen, das er sich bei Besuchen vor Ort angeeignet hat.

Zwischen den einzelnen "Gängen" der Whiskyserien (an dem Tag war keine Rum-, Bier- oder Likör-Serie gebucht) spielt Werner Hoffrichter Dudelsack. Ja, es ist laut. Ja, in meinen Ohren klingt das nicht angenehm. Dennoch fand ich es interessant.

Mehr Details zum Ablauf der eigentlichen Verkostung und zu den weiteren, den Abend kurzweilig füllenden Aktionen möchte ich nicht veröffentlichen.
Um das alles komplett zu erleben, empfehle ich einen Besuch - nach Vorreservierung per Telefon oder Email. Alle Informationen dazu sind auf der Webseite barrensteiner-whiskybar.de zu finden.

Ebenfalls sind alle Preise auf der Webseite zu finden. Neben dem Tennant's Bier gönnte ich mir zum Abschluss des Abends noch ein 2cl Glas eines meiner Lieblingswhiskys, den ich aber im Moment nicht zu Hause in meiner Bar stehen habe. In der Summe habe ich für diesen Abend 80€ bezahlt. Wer den Abend richtig genießen möchte, sollte sich meiner Meinung nach gedanklich nicht auf den Preis seiner gebuchten Serie fixieren, sondern einkalkulieren, dass für weitere Getränke vor Ort noch ein paar Euro hinzu kommen. Wer kein warmes Essen bestellt, bekommt (nicht nur) zur Geschmacksneutralisierung Knabbereien am Tisch. Im Schankraum gibt es zwischendurch leckeres, frisches Brot mit verschiedenen Dips. Beides ist im Preis für die Serie inbegriffen.

Fazit: Ich fand den Abend in lockerer, aber in keiner Weise ausufernder Stimmung, großartig. Und meine Kumpel waren ebenfalls begeistert.

01 März 2016

Erfahrungsbericht: Per Blog-Anwendung zur Fanclub-Homepage

Dies wird ein kurzer Erfahrungsbericht über die Webanwendung Wordpress. Denn die hat mich sehr positiv überrascht.
Innerhalb weniger Stunden ist es mir gelungen, eine - zugegeben kleine - Webseite für (m)einen Borussia Fanclub zu erstellen und zu veröffentlichen.

Ich habe schon zahlreiche private Webseiten erstellt: Für mich selbst, für Familienangehörige, für Freunde und auch für mehrere Vereine, denen ich im Laufe der Jahre angehörte. Es waren nie professionelle Arbeiten, aber sie erfüllten ihren Zweck der Information über das jeweilige Thema.

Manche davon habe ich mithilfe von phpwcms erstellt (online ist davon nur noch jene von meinem Abiturjahrgang - da sieht man mal, wie alt das System schon ist), für einige habe ich Joomla genutzt (von Version 1 bis Version 3), und eine habe ich tatsächlich in purem HTML offline erstellt und dann lediglich per FTP auf den Webserver hochgeladen (mehr w3c-kompatibel war keine meiner Webseiten).

Mit Wordpress bin ich vor einigen Jahren schlicht dadurch in Berührung gekommen, dass mein Twitter-Account von zahllosen Wordpress-Accounts vollgespamt wurde ab dem Moment, wo ich den Begriff einmal getwittert hatte. Wordpress war erstmal bei mir unten durch. Ich schwor mir, diesem Schrott keine Beachtung zu schenken und es soweit es geht zu ignorieren.

Für die eingangs erwähnte Fanclubseite plante ich daher ursprünglich wieder die Verwendung von Joomla als CMS. So einfach die aktuelle Joomla Version als Administrator auch zu bedienen ist - es bleibt ein gewisser Aufwand bei der Ersteinrichtung und bei der Gestaltung des Frontends.
In irgendeinem Forum las ich eher beiläufig, dass man Wordpress auch als CMS nutzen kann. Das machte mich dann doch wieder neugierig.

Während meiner ersten Recherchen legte ich eine lokale Wordpress Installation mit XAMPP an, für die ich einige Hürden überwinden musste, die mein Windows 10 so mit sich bringt, damit Apache und MySQL lokal laufen. Nach Deaktivierung eines Windows Dienstes lief es dann problemlos.

Und schon nach wenigen Minuten als Admin in Wordpress wurde mir bewusst, wie klar strukturiert der gesamte Aufbau ist. Noch viel einfacher strukturiert, als bei Joomla, aber nicht mit viel weniger Möglichkeiten, was das Ergebnis einer einfachen Webseite mit ein paar statischen Seiten und dann langsam wachsenden redaktionellen Beiträgen betrifft.

Mein Ehrgeiz war geweckt: Ich schrieb einige kurze Artikel, um die Seite nicht völlig leer zu publizieren. Und ich fand ein meinem Geschmack extrem gut entsprechendes Theme. Das musste ich zwar bezahlen, aber es lässt sich mit einem toll funktionierendem Plugin optisch wunderbar anpassen. Das Theme ist außerdem sofort komplett responsiv - das war mein Hauptwunsch für die neue Webseite.

Bei der Veröffentlichung gab (und gibt es noch immer) kleinere Probleme mit den Zugriffsrechten auf die Verzeichnisse auf dem Webserver. Aber das laste ich weniger Wordpress an, sondern eher dem Hoster. Da bin ich noch auf der Suche nach einer optimalen Lösung.

Dass sich Wordpress auch prima als Ersatz für das Tool Blogger hier eignet, daran habe ich keinen Zweifel. Ich verstehe jetzt gut, warum viele Blogger auf Wordpress als Basis setzen.

Wordpress jedoch auf die Funktion als Blogging-Tool zu reduzieren, ist nicht richtig: Dank Nutzerverwaltung ist es ein prima CMS, selbstverständlich mit funktionellen Einschränkungen in Sachen Rechteverwaltung.

So schnell und problemlos hatte ich noch nie eines meiner kleinen, privaten Webprojekte fertig. Das Eregbnis ist auf www.rauchende-colts.org zu sehen.

06 September 2015

Wie ich im Sommer 2015 das Laufen lernte

Als mich im März diesen Jahres ein Trainer meines Fitnessstudios darauf hinwies, dass JustFit als Sponsor des Run & Fun Laufs in Mönchengladbach allen Mitgliedern eine kostenlose Vorbereitung auf den Lauf anbietet, war ich zunächst nicht interessiert, mitzumachen.

Kurz darauf erfuhr ich, dass Freunde, ja sogar Familienmitglieder mit deren Firmen/Arbeitgeber am Run & Fun Lauf teilnehmen werden, was dann doch mein Interesse weckte.

Als Minimalziel für den Lauf, der am 16. September 2015 stattfinden wird, setzte ich mir, dass ich die gesamte Strecke von 5,2 km laufend, also ohne Gehpause, zurück lege.
Als sportliches Fernziel dachte ich, dass ich mit etwas mehr Ehrgeiz und Training vielleicht dahin komme, eine Zeit von unter 30 Minuten zu laufen.

Im Mai begann im zweiten JustFit Club am Stadtwald der Lauftreff für Mitglieder, der jeden Donnerstagabend stattfindet.

Der Anfang war beschwerlich für mich. Zwar treibe ich mein ganzes Leben lang schon Sport, doch gehörte Ausdauertraining bisher kaum dazu. Erst recht nicht "joggen", was ich noch nie mochte.

Erste Laufversuche endeten nach 3 km mit Schmerzen in den Fußgelenken, in den Knien und in der Hüfte. An den ersten Donnerstagen bestanden die 5 km für mich aus abwechselnd laufen (ca. 3 km) und gehen (ca. 2 km).

Danach dauerte es jeweils bis montags, ehe ich wieder einigermaßen schmerzfrei und ohne zu humpeln gehen konnte. Mich Freitagsmorgens die Treppe herunter kriechen zu sehen, war ein diebisches Vergnügen für meine Liebsten zu Hause.

Anfang Juni investierte ich dann in für mich passende Laufschuhe. Unter erstklassiger, fachkundiger Beratung bei Laufsport Bunert mit detaillierter Video-Lauf-Analyse erstand ich ein Paar farblich grenzwertiger, aber perfekt sitzender Schuhe der Marke Asics.

Mit diesen Tretern an den Füßen lief ich dann nicht nur erstmals mehr als 5 km am Stück durch, sondern konnte auch eine weitere Strecke als bisher schmerzfrei laufen. Erst nach ca. 4 km fingen meine Knie an zu zicken. Auch die Erholungsphasen wurden kürzer: Freitagsmorgens hatten meine Liebsten weniger zu lachen, und ich konnte schon am Wochenende wieder gehen, ohne ein Bein nachzuziehen.

Im Juli gab es dann mal einen Durchhänger. Nachdem ich mich von Woche zu Woche gesteigert hatte und an einem Donnerstagabend dann 6,2 km mit einer für mich bis dahin nie erreichten Pace von 6:15 min/km gelaufen war, bekam ich schwere Beine. In der Woche darauf bekam ich nach 300 Metern einen Wadenkrampf und stieg für den Tag aus. Weitere 3 Wochen lang strengte mich jeder Schritt an, und auch die vorsichtige Einnahme von Magnesium besserte es nicht merklich.

Erst Ende August klappte es wieder besser. Mein anfangs gesetztes Minimalziel, 5 km durchzulaufen, schaffte ich jetzt relativ problemlos.
Und heute, an einem Sonntag eineinhalb Wochen vor dem Run & Fun Lauf, legte ich erstmals ein "Zwischentraining" ein. Und siehe da: Die 5 km Distanz hatte ich tatsächlich in unter 30 Minuten geschafft. Für die 5,2 km brauchte ich heute 30:43 min, was einer Pace von 5:53 min/km bzw. einer Durchschnitts-Geschwindigkeit von 10,2 km/h entspricht. Und das nach nur zwei Tagen Ruhepause.

Wenn ich diese Zeit am 16.9. bestätigen könnte, wäre das phantastisch.

[Nachtrag vom 17.9.: Meine offizielle Laufzeit lautete 28:50 min.
Das ist wirklich mehr als zufriedenstellend für mich!]

Ich bin nach wie vor weit davon entfernt, längere Strecken wie einen 10 km Lauf zu absolvieren. Und das Laufen macht mir auch nicht sooo viel Spaß, dass ich den Ehrgeiz habe, das auszubauen.
Aber ich finde es absolut faszinierend, was der menschliche Körper in der Lage ist, zu leisten, wenn man ihn fordert. Dass anfängliche Qualen und Schmerzen überwunden werden können und man etwas "locker" schafft, was wenige Monate zuvor unerreichbar schien.

Dankbar bin ich JustFit dafür, dass mir diese Erfahrung ermöglicht wird. Ich freue mich auf den gemeinsamen Lauf mit dem gesamten Team und allen Mittrainieren in knapp zwei Wochen.

29 August 2015

NFL 2015/2016: Go Pack Go

Die nächste Footballsaison steht unmittelbar bevor. Es ist eine Jubiläumssaison, denn an deren Ende wird der 50. Superbowl ausgetragen. Er findet im Stadion der San Francisco 49ers statt, jenes Team, dass dafür sorgte, dass ich Ende der 80er Jahre erstmals auf diese Sportart aufmerksam wurde.

Damals, 1989, war ich einige Tage in San Francisco und bekam den Hype um dieses Team recht intensiv mit. Die Stadt ist bis heute meine Lieblingsstadt auf der Welt. Nur leider spielen die 49ers nicht mehr in San Francisco. Das neue, 2014 fertig gestellte Stadion befindet sich in Santa Clara.
Auch für die weite Entfernungen gewohnten Amerikaner ist das eine ziemliche Strecke: Fast 80 km, bei guter Verkehrslage ca. 1 Stunde Fahrt mit dem Auto entfernt von Downtown San Francisco.

Man stelle sich vor, die Fußball Bundesliga würde sich entscheiden, ein neues Stadion für Borussia Mönchengladbach nicht in Gladbach, sondern - sagen wir mal - in Bochum zu bauen, was von der Entfernung ungefähr gleich ist.
Natürlich hinkt der Vergleich, weil es im Rheinland traditionelle Fußball-Vereine en masse alle paar km gibt. Das nächstgelegene NFL Team dort sind die Oakland Raiders auf der anderen Seite der Bucht von San Francisco.
Die Macher der NFL verfolgen mit dem "Umzug" der 49ers selbstverständlich geschäftliche Interessen. Ziel ist die Erschließung des südlichen Umlandes von San Francisco als Fan-Heimat für die 49ers. Rund um das Silicon Valley soll wohl das Merchandising angekurbelt werden.

Und hier genau komme ich zu dem Punkt, den ich los werden möchte: Diese 49ers sind durch die räumliche Trennung von der Stadt nicht mehr "meine" 49ers. Obwohl ich das Geschehen von der anderen Seite der nördlichen Welthalbkugel aus verfolge, entfremdet mich der neue Standort von den 49ers.

Klar, alle NFL Teams dienen dem Kommerz. Aber halt - da gibt es ein Team, das mir auch schon seit Jahren sympatisch ist, dessen Stadionname nicht an einen Konzern verkauft wurde und in dessen Heimspielstätte kaum eine Werbetafel zu sehen ist und das in diesem nahezu historischen Stadion ohne Dach bei arktischen Temperaturen vor immer ausverkauftem Haus spielt und wo Saisontickets vererbt werden. Ich spreche von den Green Bay Packers.

Green Bay ist ein Städtchen mit etwas über 100.000 Einwohnern im Norden des Landes, wo es lange, eiskalte Winter gibt. In diesen Wintern versetzt das Team die gesamte Region in einen Ausnahmezustand.
Wikipedia beschreibt das, was ich hervorheben möchte, wie folgt:
"Die Green Bay Packers sind das einzige Team im US-Profisport, das nicht Eigentum eines einzelnen Besitzers ist, sondern mehr als 350.000 Anteilseignern gehört. Die Green Bay Packers sind darüber hinaus das älteste Team, das noch immer an seinem Gründungsort spielt."

Etwas weniger Kommerz als an anderen NFL-Standorten, eine eher kleine Stadt ohne touristische Höhepunkte als Geburtsstätte des Vereins, eine enge Verbundenheit mit den Fans - all das kommt mir irgendwie bekannt und sehr sympatisch vor. Einen direkten Vergleich zu Borussia Mönchengladbach möchte ich nicht ziehen, aber ich bin der Meinung, gewisse Parallelen sind feststellbar.

Bewusst wurde mir das erst, als ich im Jahr 2008 eine Chefin bekam, die ganz in der Nähe von Green Bay in Wisconsin geboren ist. Von ihr erfuhr ich, welche Bedeutung die Packers für die Region haben und wie sehr man sich als dort geborener Mensch mit den Packers verbunden fühlt.

In den Jahren seit 2008 bis 2013 tendierte ich immer noch leicht über 50% zu den 49ers. Doch schon in der letzten Saison merkte ich, wie sich meine Sympathie-Gewichtung mehr in Richtung Packers bewegte.

Falls, was ich nicht glaube, die 49ers es in dieser Saison schaffen, das "Finale daheim" zu erreichen, würde es mich für die Leute aus der Gegend um San Francisco freuen. Und je nach Gegner würde ich sogar mit den 49ers halten.
Wären die Packers jedoch auf dem Weg zum Finale ein Gegner der 49ers in den Playoffs, würde ich aber inzwischen tatsächlich mit den Käseköpfen halten.

So. Jetzt ist es raus. Mein Twitterprofil ist bereits entsprechend geändert.

Mögen die mit ihrem Herzblut an den 49ers hängenden Fans mir bitte verzeihen und auf einen Shitstorm verzichten. Eigentlich wechselt man "seinen" Verein nicht. Aber andererseits muss man auch seinem Gefühl folgen und nicht aus alter Gewohnheit an etwas festhalten, das man nicht mehr ohne Vorbehalt unterstützt.

25 Mai 2015

Einfahrt am Niederrhein

Wenn man ein fabrikneues Auto bekommt, muss es nicht mehr wie früher zwingend eingefahren werden.
Aber es schadet nicht, die ersten Kilometer mit wechselnden Geschwindigkeiten im unteren bis mittleren Drehzahlbereich zu fahren. Landstraßen sind dafür am besten geeignet.

Und was macht eine solche Erstfahrt attraktiv? Eine landschaftliche reizvolle Strecke mit einem Umkehrpunkt, an dem man kurz verweilen und sich die Beine vertreten kann.

Meine Wahl fiel auf die folgende Route:
Mönchengladbach - Viersen - Grefrath - Straelen - Geldern - Kevelaer - Uedem - Rees.

Rees ist ein direkt am Rhein gelegenes Städtchen, das sowieso immer einen Besuch wert ist. Den Mittagssnack genossen wir auf der Terrasse eines Lokals mit freiem Blick auf den Strom. Herrlich!

Rees, Rheinufer

Der Rückweg verlief wie folgt:
Rees - Wesel - Alpen - Kamp-Lintfort - Kempen - Tönisvorst - Willich - Korschenbroich - Mönchengladbach.

Insgesamt fuhren wir gemütliche 220 Kilometer, die dem Wagen und auch uns gut taten.

Wenn man sich über das neue Auto freut und dazu noch die schöne Landschaft genießen kann, die einem ein angenehmes, pures Heimatgefühl bietet, dann ist es einfach ein wunderschöner Tag!

29 März 2015

Das Minto Pre-Opening, Teil 2: Meine ersten Eindrücke

Nach dem für mich etwas holprigen Auftakt des Pre-Openings wurde der Abend deutlich besser. Im Gebäude gefiel mir sofort die Atmosphäre, zu der die von DJ Phil Fuldner aufgelegte Musik nach meinem Geschmack bestens beitrug. Die am Eingang noch eng drängelnden Menschenmassen verteilten sich rasch im Gebäude, so dass wir mit ausreichend Freiraum das gesamte Minto ausgiebig erkunden konnten.

Es ist ein herausragendes Stück Architektur entstanden. Immer wieder blieb ich stehen, schaute nach vorne, nach unten, nach oben. Fast überall kann man in mehrere Ebenen des Gebäudes sehen. Die Formen sind fließend und stimmig.
Das Licht ist sehr wohltuend, die gesamte Atmosphäre empfinde ich als angenehm.


Ein Shoppingcenter mit so vielen gemütlichen Sitzgelegenheiten habe ich bisher so noch nie gesehen. Wartezeiten auf den Partner, der in Läden stöbert, die der andere vielleicht weniger interessant findet, können gemütlich überbrückt werden. Wer möchte, lädt dabei sein Smartphone an einer der zahlreichen Steckdosen auf und surft dazu im kostenlosen W-LAN, das nur in ganz wenigen Teilen des Gebäudes keinen vollen Empfang hatte. Wartezeiten, die mich in anderen Malls nerven, werden hier zur angenehmen Auszeit.


Die überwältigende Mehrheit der Läden ist hochwertig gestaltet. Dass die Firma Aldi es in diesem attraktiven Umfeld nicht gewagt hat, von der überall üblichen Ausleuchtung mit farblosem Neonlicht abzuweichen, finde ich etwas schade.
Auch die Firma Deichmann hat sich für einen eiskalten, neonlicht-weißen Verkaufsraum entschieden. Warum? War er vielleicht noch nicht fertig? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ein ganz besonderes Gefühl war es für mich, am unteren Eingang der Hindenburgstraße, Ebene 1 zu stehen. Dort befand sich früher der Eingang zum Lichthof. Der stieg ja bekanntlich in Richtung Steinmetzstraße an. Hier lässt sich zumindest in Ansätzen erahnen, welch immense Erdmassen bewegt wurden, um diese Ebene 1 bis hin zur Viersener-/Stepgestraße zu erstellen.

Immer wieder versuchte ich während unseres ersten Rundgangs auch, mir Standpunkte in Erinnerung zu rufen, die sich während meiner Baustellenführung eingeprägt hatten. Zu der Zeit gab es noch keine Zwischenwände, in denen sich jetzt die Läden befinden. Ich fand das sehr interessant. Am einfachsten gelang der Vergleich von der Bauphase mit dem jetzigen Stand auf der Ebene 4 am Mintos Deli mit der jetzt bestuhlten Dachterrasse, die wir auch während der Baustellenführung schon betreten durften. Da das Vapiano auf der Ebene 3 auch Außenplätze anbietet, ist das Minto ein Einkaufszentren mit direkter Außengastronomie, was ich richtig gut finde.

Obwohl ich kein Kleidungsshopper bin, finde ich im Minto genug Geschäfte, die Waren und Leistungen anbieten, die interessant für mich sind.


Ich kann mir sogar vorstellen, an Schlechtwettersonntagen dort zum Spaziergänger zu werden, so gut gefällt es mir.

Dass durch Umzüge von Geschäften ins Minto jetzt Leerstände auf der Hindenburgstraße zu sehen sind, ist hoffentlich nur eine vorübergehende Situation. Ich hoffe und wünsche mir für unsere Stadt, dass das Minto das gesamte Zentrum belebt, dass es lokale und auswärtige Besucher und Käufer anzieht und somit die ganze Stadt davon profitiert. So, wie es jetzt zum Auftakt schon gestaltet ist, sollte das eigentlich gelingen. Sorgen zu negativen Auswirkungen auf Rheydt kann ich dabei durchaus nachvollziehen. Lasst uns bitte dennoch das überwiegend Positive herausstellen und genießen.


Fazit: Ich bin begeistert und freue mich sehr über das Minto und auf viele zukünftige Besuche dort!